Handwerk

Die Fähigkeit Gebrauchsgegenstände selbst herzustellen war damals ein kostbares Gut. In unserer Gruppe haben wir daher einen großen Fokus auf die Ausübung verschiedener Handwerke gesetzt und versuchen diese auf Veranstaltungen auch so originalgetreu wie möglich wiederzugeben.

Lederverarbeitung

Lederarbeiten sind das bei uns am häufigsten vertretene Handwerk und dies auch nicht ohne Grund. Viele damalige Gegenstände des alltäglichen Lebens waren aus Leder. Dazu zählen vor allem Schuhe, Taschen, Messer- und Waffenscheiden, Gürtel, Trinkflaschen, Rüstmaterial und vieles mehr. Viele machen Lederarbeiten nur nebenher und die Fähigkeit mit dem Material zumindest rudimentär umgehen zu können war auch damals vermutlich bei einem sehr großen Bevölkerungsanteil vertreten.

Eisen- und Feinschmiede

In unserer Gruppe haben wir mehrere Leute die Eisen zu den verschiedensten Werkzeugen und Waffen verarbeiten. Eisen war damals ein sehr wertvolles Material und das spiegelt sich auch in wohl überlegten Schmiedearbeiten wieder, so waren viele Werkzeuge auch gleichzeitig Waffen. Ein Gutes Beispiel sind die vielen verschiedenen Axtkopffunde, aber auch Saxmesser waren Arbeits- und Kriegwerkzeuge zur gleichen Zeit. In unserer Schmiede fertigen wir auch Helme an, welche in der Wikingerzeit bei weitem nicht so vertreten waren wie es in modernen Schlachtinszenierungen zu sehen ist. Die Schutzfunktion eines Helmes überwiegt jedoch meist das Bedürfnis nach einer akkuraten Schlachtdarstellung.

In der Feinschmiede entstehen verschiedene Schmuckstücke aus diversen Edelmetallen. Zahlreiche Funde aus der Wikingerzeit belegen die enorme Kreativität und Kunstfertigkeit, die das Nordvolk diesem Handwerk einverleibte.

Stoffverarbeitung

Die Kleidung die wir im Zuge unserer Darstellung tragen nähen wir größtenteils selbst und von Hand, teilweise färben wir auch den dafür benötigten Stoff mit pflanzlichen Färbedrogen die in der damaligen Zeit vertreten waren. Robuste Kleidung ist in einer rauen Welt wie Skandinavien sehr wichtig gewesen und anders als es oft in Filmen dargestellt wird, war die Kleidung der Wikinger wohl oft sehr farbenfroh. Vor allem Töne wie Gelb, Blau und auch alle Abstufungen von Braun, bis hin zu Schwarz waren vertreten.

Das so genannte Naalbinding ist eine Technik zum Herstellen von textilen Flächengebilden, ähnlich dem Häkeln oder Stricken. Der älteste Beleg dieser Technik stammt aus der Jungsteinzeit. Das Naalbinding hat sich in vielen Kulturen bewährt und war noch bis in die Neuzeit ein beliebtes und in großem Rahmen ausgeführtes Handwerk, das dann jedoch fast vollständig vom Stricken abgelöst wurde. Wir stellen in dieser Technik vor allem Socken, Handschuhe, Schals und Mützen her.

Holzverarbeitung

Über den Zusammenhang zwischen Holzarbeiten und den Wikingern lassen sich ganze Romane verfassen. Ihre Fähigkeit Boote zu bauen wird bis heute bewundert. In unserer Gruppe haben wir den Fokus der Holzbearbeitung jedoch auf die Herstellung verschiedener Möbel wie Truhen, Bänke, Tische und Stühle beschränkt. Auch verschiedene Schnitzereien werden von uns gerne und zum Zeitvertreib angefertigt.

Geweih- und Knochenarbeiten

Aus Knochen und Geweih lassen sich viele nützliche und schöne Gegenstände herstellen. Zum Beispiel Messergriffe, Spielwürfel und Gewürzdosen. Das Material lässt sich mit ähnlichen Werkzeugen bearbeiten wie Holz, ist jedoch vergleichsweise schwer zu verarbeiten. Aus Röhrenknochen vom Schaf und Rothirsch stelle wir außerdem Knochenflöten her. Flöten werden noch heute gern als "Tibia" (Schienbein) bezeichnet, da schon die ersten Flöten der Menschheitsgeschichte aus eben diesem Knochen hergestellt wurden.